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Vom Gladius zur Spatha

Römische Schwerter entwickelten sich über mehrere Jahrhunderte und spiegeln den Wandel des römischen Militärs wider. In der frühen Republik übernahmen die Römer den Gladius von den iberischen Völkern. Dieses kurze, zweischneidige Schwert war ideal für den Nahkampf in engen Formationen und wurde zum Symbol der Legionäre. Ab dem 2. Jahrhundert n. Chr. setzte sich zunehmend die längere Spatha durch, das ursprünglich von keltischen Reitern genutzt wurde. Es bot größere Reichweite und wurde schließlich zum Standardschwert der römischen Armee. Mit dem Zerfall des Weströmischen Reiches ging die Spatha in die Waffenkultur der germanischen Königreiche über und beeinflusste maßgeblich die Entwicklung mittelalterlicher Schwerter. Gleichzeitig war das Schwert auch immer ein Symbol für Macht und staatliche Gewalt, was sich auch daran zeigte, wer legal und offen Waffen wie ein Schwert tragen durfte.

Der Vortrag soll die technische Entwicklung des römischen Schwertes und seine gesellschaftliche Bedeutung in der antiken Welt skizzieren.

LEGIO XXI RAPAX in flavischer Zeit – Reenactment

Die hervorragende Reenactmentgruppe LEGIO XXI RAPAX ist in den Sommermonaten sehr gefragt. Daher freut es uns ganz besonders, dass sie zwischen ihren Engagements in Schleswig-Holstein, der Schweiz und Österreich Zeit gefunden hat, zu uns zu kommen.

An unserem Infopoint am Römerlager Wilkenburg werden Ausrüstung und Bewaffnung der Legionäre während der Regierung der flavischen Kaiser (69 – 96 n. Chr.) im Mittelpunkt stehen. Für die 21. Legion war dies eine äußerst bewegte Zeit. Beginnend mit einem Bürgerkrieg, aus dem Vespasian als erster Flavier siegreich hervor ging, kamen unter Titus und Domitian die Niederschlagung/Teilnahme von/an Aufständen, die Eroberung der Wetterau und die Durchführung großer Bauaufträge in Bonn und Wiesbaden hinzu. Aber auch ihr mysteriöses Ende um 92 n. Chr. fällt in die flavische Zeit.

Präsentiert wird auch eine besonders gefährliche Waffe der Römer: der SCORPIO, ein extrem durchschlagkräftiges Geschütz. (Keine Angst: Es dient NUR der Anschauung! Es wird NICHT geschossen!) Der SCORPIO ist ein Torsionsgeschütz, dessen Rekonstruktion man nicht oft zu Gesicht bekommt. Es veranschaulicht den enorm hohen Stand der römischen Militärtechnik

Die römische Binnenschifffahrt

Berühmt sind die Römer unter anderem für ihr sehr gutes Straßennetz. Aber Handelsaktivitäten in großem Umfang wären ohne die intensive Nutzung der Wasserstraßen nicht möglich gewesen. Der Transportwege auf dem Wasser, über die Meere sowie auf Flüssen und Kanälen, waren die eigentlichen Lebensadern für eine gute Versorgung der Stadtbevölkerung und der Truppen in ihren Standlagern oder auf dem Feldzug. 

Für das Römerlager Wilkenburg kann angenommen werden, dass es über die nahe vorbeifließende Leine per Lastkahn versorgt wurde. Und für die Germanenkriege sind Truppentransporte und Lieferungen des Nachschubs entlang der Nordseeküste und auf Elbe und Weser belegt.

Der Rhein war ein wichtiger Handelsweg und später auch Grenzfluss. Die römische Binnenflotte wurde zu einem festen Bestandteil der Grenzverteidigung. Welche Wasserfahrzeuge gab es eigentlich und was wurde alles transportiert?