Geschichte wird vom Sieger geschrieben. Marcus Antonius unterlag im Kampf gegen Octavian, den späteren Kaiser Augustus. Es war ein Kampf um Macht und das politische System. So prägen antike Überlieferungen als Widerspiegelung von Augustus‘ Propaganda noch heute unser Bild des römischen Politikers Antonius als liebestrunkenen Mann, der für Kleopatra das römische Reich verraten haben soll. Doch es gibt antike Quellen, die ein anderes Bild von Marcus Antonius zeichnen: als besonnenen Politiker, der nach Caesars Tod das drohende Chaos abwendete, als Visionär, der die hellenistische Kultur stärker in das römische Reich einbinden wollte, aber auch als Mann, der das Leben liebte und genoss.
In diesem Vortrag soll das Wirken des Marcus Antonius in der turbulenten Zeit der Bürgerkriege nach Caesars Tod nachgezeichnet werden. Es geht um Gegnerschaft und Aussöhnung, um Zweckehen und Liebe, um Verrat und Intrigen, die letztlich das Ende des Antonius besiegelten und Octavian/Augustus den Aufbau des neuen Systems, des Prinzipats, ermöglichten.
Die antike Zivilisation war eine urbane Kultur. Das Römische Reich bestand aus einem Patchwork-Teppich aus Stadtterritorien, die die Infrastruktur für ein „zivilisiertes“ Leben bereit stellten. Etablierte politische Strukturen nach dem Vorbild Roms einschließlich der Rechtspflege ermöglichten einträgliche Geschäfte und boten Sicherheit. Außerdem fanden sich in den Städten einige Annehmlichkeiten wie Thermen, (Amphi-)Theater, Arenen.
Der germanischen Kultur war das Leben in Städten fremd. Es entsprach nicht ihrer Wirtschafts- und Lebensweise. Also gründete Rom Städte in den von ihnen eroberten Gebieten. Am Rhein z.B. Köln, der als zentraler Ort des Kaiserkultes für alle Germanen gedacht war. Laut Cassius Dio begann man auch weit entfernt vom Rhein mit der Anlage von Städten. Historiker nahmen diese Aussage lange nicht ernst.
Inzwischen fand man solche Städte: Waldgirmes hatte ein römisches Forum mit einer überlebensgroßen Reiterstatue (des Augustus?). Bei Marktbreit fanden sich ebenfalls Überreste einer urbanen Struktur. Gab es noch mehr? Es sind eine Reihe antiker Ortsnamen für Germanien überliefert. Aber wo lagen die Orte? Wo z.B. lag die Furt Tulifurdum? An welchem Fluss?
Tiberius überließ bei seinen Feldzügen nichts dem Zufall. Eine perfekte Logistik war das Rückrad seiner erfolgreichen Unternehmungen während des „immensum bellum“. Wie sonst hätten zehntausende Legionäre, Angehörige der Hilfstruppen und des Trosses mit hunderten Pferden und Maultieren im Marschlager Wilkenburg verweilen können?
In diesem Zusammenhang spielt das Stand- und Versorgungslager Anreppen an der Lippe eine wichtige Rolle. Große Lagerbauten, aber auch auffallend komfortable Gebäude für Offiziere fallen ins Auge.
Manfred Köllner, Historiker Vorsitzender des Fördervereins Römerlager Anreppen e.V. gibt uns Einblicke in die Logistik des römischen Heeres. Wie funktionierte der Nachschub zu Wasser und zu Lande? Konnten in Anreppen Legionäre auch überwintern?
Wir freuen uns sehr über eine (erneute) Zusammenarbeit von Anreppen und Wilkenburg. … nach einer 2000-jährigen Unterbrechung!
Garum wurde im Römischen Reich überall stark nachgefragt. Doch musste die flüssige Würzessenz aus Fisch erst einmal aufwändig produziert und über sehr weite Entfernungen gehandelt werden. Größter Abnehmer dürfte die Römische Armee gewesen sein, und so kam Garum mit Sicherheit auch im Marschlager Wilkenburg auf den Tisch.
Wo und wie wurde diese Würztunke gewonnen? Wie transportiert und gehandelt? Und warum war Garum nicht gleich Garum? Diese und andere Fragen sollen beantwortet werden.
Vortrag von Ralf Mußinghoff (Augustus Gesellschaft)
Augustus verschleierte seine Herrschaft mit dem Narrativ, er sei nur ein primus inter pares. Natürlich wusste jeder, dass er der mit Abstand mächtigste Senator war. Der Umgang mit dem Imperator entsprach daher weitgehend dem eines führenden Senators mit seinen Standesgenossen und Klienten. Etwa 200 Jahre lang änderte sich an diesem Herrschaftskonstrukt nichts, wobei die Sonderstellung des Kaisers völlig außer Frage stand.
Was änderte sich im 3. Jahrhundert und warum? Das Hofleben des Kaisers Elagabal hatte Vorbilder aus dem hellenistisch/persisch/altorientalischen Bereich, die Rom immer strikt abgelehnt hatte. In der 2. Hälfte des 3. Jahrhunderts etablierte dann Kaiser Diocletian ein verbindliches Hofzeremoniell. Ein mehr oder minder ungezwungener Umgang mit dem Kaiser war jetzt gar nicht mehr denkbar, denn alles am Kaiser war nun sacrum oder divum.
Uns ist diese Betonung autokratischer Macht eher fremd geworden. Aber in Byzanz hatte sie bis zur Eroberung der Stadt im Jahre 1453 n. Chr. Bestand. Im Westen des Römischen Reiches wurde dieses Zeremoniell bis zur Absetzung des letzten westlichen Kaisers Augustus Romulus 476 n. Chr. fortgeführt.
Ist das kaiserliche Hofzeremoniell nun tot? Nein, denn vieles wurde von der römischen Kirche übernommen und bis heute bewahrt. Die dem Kaiser vorbehaltene Farbe Purpur wurde zum Kennzeichen der Päpste und Kardinäle. Die Prostration gehört zur katholischen Priesterweihe. Dieses und mehr lebt fort. Nur, dass sie aus dem spätantiken Hofzeremoniell entwickelt wurden, ist uns oft nicht mehr bewusst.
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