Neueröffnung des Stadtarchivs Hannover


Am 5.6.2026 war es soweit: Stadtarchiv und Sammlungszentrum Hannover, Vahrenwalder Straße 321, wurden von Oberbürgermeister Belit Onay feierlich eröffnet. Damit endete eine mehrere Jahre andauernde Planungs-, Bau- und Umzugsphase, die auch eine längere Schließung des Stadtarchivs beinhaltete.

© LHH / Fotograf: Ulrich Pucknat.


Besucher*innen können nunmehr wieder dienstags und donnerstags von 9 bis 16 Uhr sowie mittwochs von 9 bis 13 Uhr den Archivlesesaal für Recherchen und Forschungsarbeiten nutzen. Außerdem können sie sich die neue Dauerausstellung des Stadtarchivs im eigens erstellten Ausstellungsraum ansehen und an Veranstaltungen in den neuen Räumlichkeiten teilnehmen.

Die Ausstellung zeigt anhand ausgewählter Archivalien zehn hannoversche Biografien aus neun Jahrhunderten. Die vorgestellten Quellen (zum Beispiel eine mittelalterliche Urkunde oder ein modernes Tagebuch) spiegeln die Bandbreite der Überlieferung wider, verweisen aber auch auf größere Entwicklungen in der Geschichte Hannovers und seines Stadtarchivs. Text und Gestaltung sollen einen niedrigschwelligen Zugang für alle Generationen bieten und damit an die Absicht des Stadtarchivs anknüpfen, zukünftig archivpädagogische Angebote weiter auszubauen.

© LHH / Fotograf: Ulrich Pucknat.

Das Stadtarchiv befand sich seit 1992 in einem umgebauten Bestandsbau – früher Arzneimittellager – in der Straße „Am Bokemahle“ in der hannoverschen Südstadt.

Das aus den 1960er Jahren stammende Gebäude war nach mehreren Jahrzehnten Nutzung sanierungsfällig, zudem zeigten sich deutliche Platzprobleme insbesondere im Magazin- und auch im Bürobereich. Zugleich waren die Lagerungskapazitäten der städtischen Museen und weiterer Kultureinrichtungen an den Hauptstandorten sowie in diversen Außenmagazinen ausgelastet.

Daher strebte die Landeshauptstadt Hannover eine Gesamtlösung an, die schließlich mit dem ab 2022 errichteten Sammlungszentrum an der Vahrenwalder Straße gefunden wurde. Der neue Kulturort verfügt über 10.600 Quadratmeter Nutzfläche und beherbergt Räumlichkeiten für insgesamt sechs verschiedene städtische Einrichtungen.

Neben dem Stadtarchiv sind dort die umfangreichen Sammlungen, außerdem Werkstätten und Büros der Museen für Kulturgeschichte untergebracht, u. a. das Bildarchiv. Vollständig umgezogen ist der städtische Kunstbesitz, der regelmäßig Schulklassen und andere Interessierte vor Ort betreut. Das Sprengel Museum verfügt im Sammlungszentrum über große Depots, die Stadtbibliothek lagert hier die wertvollen historischen Bände. Außerdem ist das Archiv des Gebäudemanagements in das neue Haus gezogen.

© LHH / Fotograf: Ulrich Pucknat.


Das Stadtarchiv ist nach dem Umzug von etwa 1.500 Europaletten mit 10 Regalkilometern Archivgut in modernen Räumlichkeiten tätig. Insgesamt stehen in den klimatisierten und fachgerecht eingerichteten Magazinen 20 Regalkilometer für Archivalien zur Verfügung, sodass die in den kommenden Jahrzehnten zu erwartenden Zuwächse ebenfalls dauerhaft untergebracht werden können. Überliefert werden neben mittelalterlichen und frühneuzeitlichen Urkunden und Amtsbüchern moderne Akten, daneben Karten, Pläne, Plakate und Fotos. Audio- und Videoaufnahmen sind in kleinerem Umfang ebenfalls im Stadtarchiv zu finden. Die digitale Archivierung im DIMAG (Digitales Magazin des Landes Niedersachsen) wird auf- und ausgebaut.

Dr. Carsten Stühring
Seit 2025 ist Dr. Carsten Stühring Direktor des Stadtarchivs Hannover.

Die Kolumne „Hannover historisch“ wird betreut von Prof. Dr. Carl-Hans Hauptmeyer.