In der römischen Literatur wimmelt es von Ratgebern und guten Tipps. Zum Beispiel erklärt Ovid, wie man Frauen verführen kann. Columella rät, die Ochsen, die den Pflug ziehen, gut zu behandeln. Seneca rät, sich der stoischen Philosophie zuzuwenden, weil man dann alles ertragen könne, selbst den Lärm eines Wellnesszentrums (Therme). Es gibt aber auch scharfzüngige und lustige Satiren, Romane mit Happy End oder auch nicht und vieles mehr. Obwohl wir nur einen Bruchteil der Dichtung kennen, ist ihre Vielgestaltigkeit überwältigend.
Mitglieder der Augustus Gesellschaft e. V. haben Auszüge aus ihren Lieblingsbüchern zusammen getragen und werden daraus vorlesen. Manches wird sich überraschend aktuell anhören.
Foto: Ralf Mußinghoff
Der Jurist, Politiker und Publizist Johann Hermann Detmold (1807-1856) gehörte zu den interessantesten und schillerndsten Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens im Königreich Hannover. Der konvertierte Jude und Freund Heinrich Heines schloss sich nach der Aufhebung des Hannoverschen Staatsgrundgesetzes 1837 der politischen Opposition im Königreich an und trat mit Johann Carl Bertram Stüve, dem Haupt der Widerstandsbewegung, in ein enges freundschaftliches Verhältnis. Gleich Stüve, der im März 1848 zum hannoverschen Innenminister ernannt wurde, lehnte Detmold die Ziele der deutschen Revolution ab. Als gewählter Abgeordneter der Frankfurter Nationalversammlung schloss sich Detmold dem konservativen Flügel des Parlaments an. Seine politische Satire über einen fingierten Parlamentsabgeordneten, die als „Thaten und Meinungen des Herrn Piepmeyer“ veröffentlicht wurde, machte Detmold zwar bundesweit bekannt, führte aber auch zu einer Verunglimpfung des ersten deutschen Nationalparlaments.
Der Vortrag versteht sich als landesgeschichtlicher Beitrag zur Geschichte der Frankfurter Nationalparlaments, dessen erste Versammlung sich am 18. Mai 2023 zum 175. Mal jährt.
Wichtig: Eine Teilnahme ist nur nach vorheriger Anmeldung in der Geschäftsstelle des Historischen Vereins für Niedersachsen e.V. möglich