Die Römische Toilette – Hygiene zwischen Müll und Marmorsäulen
Für Stadtbewohner der römischen Antike war die Entsorgung der Verdauungsprodukte von Mensch und Tier ein riesiges Problem. Wie gingen sie damit um und welche Aspekte waren ihnen hierbei wichtig? Und können unsere Vorstellungen von Hygiene überhaupt auf die Antike angewendet werden?
In heutigen Rekonstruktionen werden öffentliche römische Toiletten oft als ein Raum dargestellt, wo mehrere Benutzer ohne Sichtschutz nebeneinander saßen und die Zeit für gepflegte Konversation nutzten. Die Räumlichkeiten erscheinen immer hell und luftig. Eine führende Forscherin allerdings beschreibt die öffentlichen Toiletten zur Zeit des Wilkenburger Marschlagers bei Hemmingen um ca. 5 n. Chr. als feucht-kalte Löcher, dunkel und schmutzig. Wie passt das zusammen?
Im Gespräch mit Dr. W. Letzner (Frontinus Gesellschaft e. V.) wollen Ralf Mußinghoff und Anton von der Augustus Gesellschaft e. V. diesen spannenden, aber zu lange tabuisierten Bereich der römischen Alltagsgeschichte beleuchten. Und der Frage nachgehen, ob die Römer das WC erfanden.
Obiges Bild: Grundriss einer mehrsitzigen Latrine der Therme in der Colonia Ulpia Traiana (Xanten, APX). Im Vordergrund der Kanal für die Zuleitung von Brauchwasser.
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